Trockenheit: Erhöhte Vorsicht im Wald geboten
Die seit Wochen anhaltende Trockenheit setzt auch den Wald in Hochfelden zunehmend unter Stress. Bei verschiedenen Baumarten sind deutliche Auswirkungen des Wassermangels festzustellen. Zudem wurden bereits spontane Grünastabbrüche beobachtet. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, sich derzeit im Wald generell mit erhöhter Vorsicht aufzuhalten.
Wenn grüne Äste plötzlich abbrechen
Besonders tückisch sind sogenannte Grünastabbrüche. Dabei können lebende, belaubte Äste ohne erkennbare Vorzeichen abbrechen. Das Phänomen ist bei verschiedenen Baumarten bekannt und tritt insbesondere bei grossen, ausgewachsenen Bäumen mit weit ausladenden Ästen auf.
Die lang anhaltende Trockenheit setzt die Bäume unter erheblichen Stress. Dadurch können physiologische Prozesse beeinträchtigt und einzelne Äste geschwächt werden, was unter bestimmten Bedingungen zu spontanen Astabbrüchen führen kann. Die genauen Ursachen und Auslösemechanismen dieses Phänomens sind wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt.
Das Tückische daran: Ein Ast kann abbrechen, obwohl weder für Waldbesuchende noch für Fachpersonen zuvor eindeutige Anzeichen für einen bevorstehenden Bruch erkennbar sind. Auch äusserlich gesund und unauffällig erscheinende Äste können betroffen sein.
Buchen und Eichen besonders im Fokus
In den Hochfelder Wäldern sind derzeit insbesondere Buchen und Eichen vom Trockenstress betroffen. Bei beiden Baumarten können grosse, ausgewachsene Bäume mit weit ausladenden Kronen ein erhöhtes Risiko für spontane Astabbrüche aufweisen.
Eichen gehören zwar grundsätzlich zu den trockenheitstoleranteren heimischen Baumarten. Auch sie können jedoch bei lang anhaltendem Wasserdefizit erheblichen Wasserstress entwickeln. Bei grossen, weit ausladenden Kronen wirken aufgrund der Astlängen und des Eigengewichts erhebliche mechanische Kräfte auf die einzelnen Äste.
Neben Buchen und Eichen können grundsätzlich auch andere Baumarten von spontanen Astabbrüchen betroffen sein. Besondere Vorsicht ist deshalb generell bei grossen und grosskronigen Bäumen sowie bei Bäumen geboten, die unter den aktuellen Bedingungen starkem Trockenstress ausgesetzt sind.
Gefahr nicht zuverlässig erkennbar
Ein bevorstehender spontaner Astabbruch lässt sich nicht zuverlässig anhand des äusseren Erscheinungsbildes eines Baumes erkennen. Auch eine fachkundige Beurteilung kann einen solchen Bruch nicht vollständig ausschliessen.
Generell erhöhte Vorsicht im Wald
Die Bevölkerung wird gebeten, die aktuelle Situation ernst zu nehmen und sich im Wald entsprechend vorsichtig zu verhalten:
- Auf längere Aufenthalte direkt unter grossen Baumkronen sollte bei der aktuellen Trockenheit möglichst verzichtet werden. Dies gilt insbesondere für grosse Buchen und Eichen sowie andere grosskronige Bäume.
- Für längere Aufenthalte, etwa zum Sitzen, Picknicken oder Spielen, sollten möglichst offene Bereiche oder Standorte mit geringer Kronenüberschirmung gewählt werden.
- Bei aufkommendem Wind, starken Böen oder Gewittern ist besondere Vorsicht geboten.
- Absperrungen und Signalisationen sind zwingend zu beachten.
Die aktuelle Trockenheit betrifft nicht nur die Vitalität der Waldbäume, sondern vorübergehend auch die Sicherheit im Wald. Da spontane Grünastabbrüche ohne erkennbare Vorzeichen auftreten können, ist derzeit bei Aufenthalten im Wald generell erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht angezeigt.
Das Forstrevier beobachtet die Entwicklung der Waldsituation laufend und trifft dort, wo konkrete Gefahren erkannt werden, die notwendigen Massnahmen.
Gemeinde Hochfelden